BARFen - ein kontroverses Thema

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21. Januar 2018
BARFen – ein kontroverses Thema
Stück rohes Fleisch auf Schneidebrett

In Deutschland ist das BARFen inzwischen so beliebt wie nie. Für Halter von Hunden mit Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien ist dies manchmal neben einer medikamentösen Therapie der letzte Ausweg.

Es ist eine sehr kontroverse Angelegenheit, denn die einen lieben es, die anderen hassen es.
Was ist also BARF? Es steht als Abkürzung für „Bones and Raw Food“ und hat sich aus dem Hintergrundgedanken heraus entwickelt, dass der Hund vom Wolf abstammt und seine Nahrung eben aus rohem Fleisch und Knochen besteht.

Was ist eigentlich BARF?

Gefüttert wird eigentlich alles, was ein Metzger hergibt aber kein rohes Schweinefleisch. Dies kann im rohen Zustand Überträger der Aujeszky- Krankheit sein und beim Hund zu ähnlichen Symptomen, wie die Tollwut führen.(siehe Artikel: Gefährliche Nahrungsmittel für Hund und Katze)
Auch die Übertragung von anderen Krankheiten mittels Bakterien oder Parasiten ist bei der Fütterung roher Nahrung möglich und es sollte darauf geachtet werden, dass das Fleisch zumindest einmal tiefgefroren wurde.

BARFen ist eine sehr aufwändige Fütterung: man gibt dem Hund nicht einfach einen Napf voll fertiges Futter (obwohl es inzwischen auch Fertigbarf gibt), sondern muss die Menge der einzelnen Inhaltsstoffe genauestens berechnen, damit der Hund keine Mangelerscheinungen bekommt. Denn nur mit der Fütterung eines Kilos Rindfleisches ist es leider nicht getan. Der Hund braucht auch Vitamine, Mineralstoffe, etc. damit sein natürlicher Bedarf an Nährstoffen gedeckt ist, der in industriell hergestellten Tiernahrungen bereits speziell auf Ihren Hund angepasst ist.
Für die Berechnung der täglichen Mahlzeiten gibt es Spezialisten, die die Dosierungen der einzelnen Inhaltsstoffe, wie Gemüse, Öle, etc. genauestens an Ihren Liebling anpassen, denn der Wolf frisst ja nicht nur die Muskeln, sondern auch den Magen und Darmtrakt des Pflanzenfressers. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt, er kann Ihnen sicherlich eine/n Sachkundige/n empfehlen.

Auch Knochen werden verfüttert, wobei man hierbei sehr stark darauf achten sollte, keine Geflügelknochen zu verfüttern, da diese splittern können. Des Weiteren sollten die Knochen auch auf jeden Fall NICHT gekocht werden, sondern wenn dann roh verfüttert werden, denn gekochte Knochen sind porös und splittern ebenfalls. Dies kann zu gefährlichen Verletzungen der Maulhöhle und des Magen-/Darmtraktes führen, die im schlimmsten Falle operativ versorgt werden müssen. Bei Knochen sollte man sich zudem bewusst sein, dass diese auch zu einem Darmverschluss führen können und ebenfalls eine Operation notwendig wird.

(siehe hierzu auch den Artikel: Giftige Nahrungsmittel für Hund und Katze).

Um eine Mangelerscheinung Ihres Vierbeiners auszuschließen, bieten manche Labore inzwischen mittels einer Blutuntersuchung ein Profil für Hunde an, die gebarft werden, diese sind jedoch leider sehr kostspielig.

Dies ist dann ein weiterer Punkt, den man als Halter bedenken sollte, denn BARFen ist leider nicht günstig. Auf Grund der großen Mengen Futter, die je nach Größe des Tieres benötigt werden, ist eine große Kühltruhe oder ein separater Kühlschrank für die Lagerung unumgänglich.

Schlussendlich lässt sich keine Einteilung in gut oder schlecht vornehmen, denn es hängt sehr vom persönlichen Engagement und der korrekten Fütterung des Tierhalters ab, ob diese Art der Fütterung dem Hund gut tut oder mehr schadet.