Giftige Nahrungsmittel für Hund und Katze
05. Februar 2018
Giftige Nahrungsmittel für Hund und Katze
Giftige Nahrungsmittel für Hunde und Katzen

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ – Paracelsus 1538

Wer kennt das nicht: Man will seinem Liebling etwas Gutes tun und die treuen Augen, die einem von unten herab neben dem Tisch anschauen sehen so traurig aus, dass man einfach etwas von seinem Essen abgeben muss?
Aber Vorsicht! Nicht alles, was der Mensch isst, darf auch der Hund oder die Katze bekommen.

Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Nahrungsmittel aufgelistet (keine Garantie auf Vollständigkeit), die Ihrem Tier mehr Schaden als Nutzen zufügen würden.
Wenn Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze etwas Gutes tun wollen, dann nutzen Sie die Leckereien von Ihrem Tierarzt oder Ihrem Futterhaus.
Wichtig: Hat Ihr Hund oder Ihre Katze eines dieser Produkte dann doch in einem unbeobachteten Moment geklaut, konsultieren Sie bitte direkt Ihren Tierarzt!

Alkohol
Vielleicht als lustiger Party Gag gemeint kann dies für den Hund oder die Katze sehr schnell nach hinten los gehen. Unsere Haustiere sind nämlich sehr viel anfälliger für die Inhaltsstoffe eines Bieres oder Weinglases und zeigen Symptome wie: Speicheln, Erbrechen oder Krampfanfälle.
Achtung: Auch in manchen Arzneimitteln ist Alkohol enthalten, vor der Eigentherapie besser erst den Tierarzt fragen.

Avocado
Sie enthält das giftige Persin, führt zu Erbrechen und Durchfall und hat zudem eine starke Wirkung auf den Herzmuskel.

Bohnen
Vor allem rote Bohnen (aber auch andere Bohnen) führen durch das darin enthaltene Phasin zu Durchfall, Erbrechen und Kreislaufzusammenbruch.

Kaffee
Das im Kaffee enthaltene Coffein hat, wie beim Tee, eine atem- und kreislaufanregende Wirkung, außerdem kann es den Urinabsatz erhöhen. Bei einer zu großen aufgenommenen Menge, kann Coffein zu Erbrechen und Krämpfen führen.

Kohl
Da Kohl zu einer stark blähenden Wirkung führen kann, sollte er nur in Maßen und gekocht gefüttert werden.

Knochen
Vor allem die Gabe von Geflügelknochen sollte unter allen Umständen vermieden werden! Diese können splittern (insbesondere gekochte) und somit zu schweren Verletzungen der Maulhöhle oder des Magen- und Darmtraktes führen. Auch Markknochen oder andere Knochen können zu Zahnfrakturen, Verletzungen oder Verstopfungen des Verdauungstraktes führen, die eventuell mittels einer Operation versorgt werden müssen.

Macadamia Nüsse / Walnüsse / Nüsse
Diese sind sehr fettreich und für unsere Haustiere nicht geeignet. Sie können des Weiteren zu zittern, Krämpfen und epileptischen Anfällen führen.

Milch

Leider scheint es allgemein immer noch häufig vorzukommen, dass Besitzer ihren Katzen Kuhmilch zu trinken geben und sich dabei gar nicht bewusst sind, wie schädlich dies für ihr Tier ist.
Unsere Haustiere vertragen den Milchzucker (auch Laktose genannt) in Molkereiprodukten nicht, da ihnen ein entsprechendes Enzym im Verdauungstrakt fehlt. Hierdurch führt eine zu große, verfütterte Menge zu Erbrechen, Blähungen und starkem Durchfall. Wollen Sie auf Milch nicht verzichten, gibt es inzwischen im Futterhaus Milchsorten, die laktosefrei sind und der Katze unbedenklich gegeben werden können.

Obstkerne
Werden zum Beispiel Kirschen, Aprikosen oder Pflaumen verfüttert, können die darin enthaltenen Obstkerne während des Verdauungsprozesses zu Verletzungen oder sogar Darmverschlüssen führen, da sie den Darm nicht weiter passieren können und sich fest setzen.
Wird der Kern zerbissen, setzt dies Blausäure frei, die sowohl für Mensch und Tier giftig ist. Es kommt zu starkem Erbrechen, Krämpfen, Durchfall, Atemnot oder Obstipation bei einem Verschluss, sodass gar eine Operation von Nöten sein kann.

Rohes Schweinefleisch
Aufgrund der Übertragung von Krankheiten, Bakterien und Parasiten, sollte sowieso niemals rohes Fleisch an unsere Haustiere verfüttert werden, sondern vorab gekocht oder tiefgefroren werden.
Gerade beim Schweinefleisch kommt jedoch hinzu, dass es das Aujezki-Virus enthalten kann, welches bei unseren Haustieren eine nicht heilbare Krankheit auslöst und somit immer tödlich endet…
Deutliche Symptome der Krankheit sind der Tollwut ähnlich, wie ein schäumendes Maul, Wesensveränderungen, Krämpfe, Ticks oder Tobsuchtanfälle.

Schokolade
Inzwischen ist es zum Glück weitestgehend bekannt, dass man niemals Schokolade an seinen Liebling verfüttern sollte. Sie beinhaltet nämlich den Inhaltsstoff Theobromin, der zu Erbrechen, Durchfall, Pulsbeschleunigung, Zittern, Krämpfen und Atembeschwerden führen kann und somit fatal für Ihren Liebling ausgehen kann.
Je dunkler die Schokolade, je gefährlicher ist sie für Ihr Haustier, bei der weißen Schokolade ist die Gefahr am geringsten, Zartbitter mit hohem Kakaoanteil jedoch umso größer.

Schwarzer Tee
Beinhaltet wie der Kaffee den Inhaltsstoff Theophylin und kann zu Erbrechen, Durchfall und Herzrasen führen.

Süßstoff Xylit
Vor allem in Bonbons und Kaugummis enthalten, kann er zu Schwäche, Krämpfen und fehlender Koordinationsfähigkeit führen, da es zu einem dramatischen Absinken des Blutzuckerspiegels kommt.

Weintrauben & Rosinen
Die in Trauben enthaltene Oxalsäure führt zu erhöhten Nierenwerten und schlussendlich zum Nierenversagen. Durch die Trocknung der Rosinen (ehemals Weintrauben), ist ihre Konzentration des Giftstoffes erhöht und sind sie folglich noch wesentlich giftiger.

Zwiebeln (Knoblauch & andere Laucharten)
Der Inhaltsstoff von Zwiebeln N-Propyl disulfid ist für unsere Haustiere besonders giftig, egal ob roh, gekocht oder getrocknet. Eine mittelgroße Zwiebel kann bereits bei einem Hund von 20 kg schwere Symptome auslösen. Es kommt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und somit zur Blutarmut. Deutliche Symptome sind Schwäche, ein rötlicher Urin (Blut) und eine blasse bis gelbliche Schleimhaut.

Quellen:
Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Tiermedizin (Enke), 1996;
Erste Hilfe am Hund: Im Notfall richtig handeln (Cadmos Verlag), 2016;
Praxisleitfaden Hund und Katze (Government Printing Office), 2013