Hilfe - meine Katze hat Flöhe!
09. Februar 2018
Hilfe – meine Katze hat Flöhe!

Ihre Katze kratzt sich vermehrt, beißt sich am Ansatz der Rute oder springt auf einmal auf und beißt sich ins Fell? Vielleicht haben Sie auch kleine schwarze Tierchen mit langen Beinen entdeckt, oder haben selbst merkwürdige, juckende Stiche an Beinen oder Armen, die in einer Art Straße verlaufen?

Um einen Flohbefall ganz sicher festzustellen, gehen Sie am besten mit Ihrem Tier zum Tierarzt, dieser wird mittels eines Flohkamms durch das Fell Ihres  Tieres gehen. Der Inhalt des Flohkamms wird dann auf einem weißen, befeuchteten Tuch ausgestrichen. Färben sich dort vorhandene kleine, schwarze Krümel rötlich, ist ein Flohbefall vorhanden. Es handelt sich hierbei um den Flohkot, der das verdaute Blut des Wirts enthält.

Um diese lästigen, kleinen Plagegeister sinnvoll zu bekämpfen, ist es wichtig, etwas mehr über ihren Lebenszyklus zu erfahren. Was nämlich die wenigsten Haustierbesitzer wissen, ist, dass nur etwa 5 % der Flöhe tatsächlich auf dem Tier verbleiben. Der Rest der Population befindet sich in der Umgebung, das heißt am Schlafplatz der Katze, auf dem Teppich, etc.
Ein Flohweibchen produziert bis zu 2000 Eier und löst damit eine explosionsartige Vermehrung aus.
Der Lebenszyklus eines Flohs vom Ei bis zum ausgewachsenen, blutsaugenden Tier, dauert um die 3-4 Wochen. Dies ist für die Bekämpfung eines Flohbefalls unheimlich wichtig!
Bei einer Vielzahl von Katzen und Hunden steht ein Flohbefall im Zusammenhang mit allergischen Hautreaktionen. Die Floh-Allergie-Dermatitis (FAD) ist eine Reaktion der Haut auf den Speichel der Flöhe. Weiterhin können durch Flohbefall Bandwürmer übertragen werden und besonders bei unkontrollierter Vermehrung stellt die Flohplage auch schnell ein Problem für die menschlichen Bewohner dar.

Wie also bekämpfen wir diese Parasiten?
Wichtig sind eine Behandlung des Tieres, sowie eine Umgebungsbehandlung. Die Schlafplätze, Textilien, etc. sollten regelmäßig staubgesaugt werden, denn durch diese Vibrationen, werden die Puppen stimuliert, aus ihren Eiern zu schlüpfen und sind so anfälliger für eine Bekämpfung. Zudem sollte man Gebrauch machen von Umgebungssprays, die das Schlüpfen der Larven aus den Eiern verhindern und andere Lebensstadien abtöten. Hierfür kann man zum Beispiel das Indorex Spray für die Liegeplätze des Tieres oder den Indorex Fogger (Vernebler für einen ganzen Raum) von Virbac nutzen. Diese Produkte sind bei Ihrem Tierarzt erhältlich. Da die Flohstadien sehr hitzeresistent sind, empfiehlt es sich alle Textilien bei mindestens 60°Grad zu waschen oder für 4-5 Tage bei -18 °C einzufrieren.

Für die Behandlung am Tier sind inzwischen verschiedenste Produkte auf dem Markt. So kann man wählen zwischen Spot-on’s, Halsbändern (Vorsicht bei Freigängern), Tabletten und Sprays mit unterschiedlich langen Wirkzeiten. Welches Produkt man wählt, hängt ganz von der Vorliebe des Haustierbesitzers ab, lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten. Sie können die Behandlung unterstützen, indem Sie Ihr Tier regelmäßig bürsten und somit verbleibende Floheier und Flöhe aus dem Fell Ihres Lieblings ausbürsten. Benutzen Sie ein Spot-on, ist es jedoch wichtig, dem Produkt mindestens 24 Stunden Zeit zu geben, seine volle Wirkung zu entfalten und sollten Sie nicht mit dem Produkt in Berührung kommen.
Ganz wichtig ist aber hier, wie früher angemerkt, dass man die Behandlung am Tier mindestens 3 Monate durchhält, damit man nicht nur die aktuellen erwachsenen Flöhe am Tier bekämpft, sondern auch die folgenden Flohgenerationen, die unweigerlich aus der Umgebung folgen.

Ansicht eines Flohs seitlich, Virbac Tierarneimittel GmbH

Damit man gar nicht erst ein Problem mit Flöhen bekommt, empfiehlt es sich der Katze vorsorglich bereits ein Produkt aufzutragen oder einzugeben, dass die Katze rundum schützt, denn ein Floh springt während des Kontakts zwischen den Tieren schnell von einer zur nächsten Katze. Meistens enthalten diese Produkte auch einen Schutz gegen Zecken und schützen Ihren Liebling hier zusätzlich vor anderen Krankheiten.

Last but not least: Ein Flohbefall hat nichts mit fehlender oder unzureichender Hygiene zu tun. Der Einzug in eine neu gemietete Wohnung, die lange leer stand, in der vorab Vierbeiner mit einem Flohbefall gelebt haben, kann zum Beispiel zu einem explosiven Flohbefall führen, da die Larven des Flohs in Ritzen und Spalten über lange Zeiträume hinweg verharren können und bei erneuten Bodenvibrationen, beim Staubsaugen, oder bei Wärmestrahlung, die Puppe in der Hoffnung eines neuen Wirtes, schlüpft.