VETERINARY HPM-Ratgber – Epilepsie beim Hund, was nun?
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16. Oktober 2018
Mein Hund hatte einen Anfall – Was nun?

Wenn der Hund das erste Mal einen epileptischen Anfall erleidet, ist dies eine erschreckende Erfahrung für alle Familienmitglieder. Erster Ansprechpartner ist dann der vertraute Tierarzt, der zunächst mit einer neurologischen Untersuchung, sowie einer labordiagnostischen Kontrolle von Blut und Urin versucht, mögliche Ursachen für den Anfall festzustellen.

Die gute Nachricht ist: Epilepsie kann in den meisten Fällen wirksam und verträglich kontrolliert werden.

Dennoch, wenn Ihr geliebtes Haustier an Epilepsie leidet, ist der Behandlungsweg lang und erfordert viel Durchhaltevermögen, Verständnis für die Therapie und eine penible Einhaltung der Behandlung. Aber die Diagnose Epilepsie bedeutet nicht das Ende – denn ein Hund kann, wenn er richtig auf seine Medikamente eingestellt ist, sehr gut damit leben.

Ein Epilepsie-Tagebuch, welches Sie beim Tierarzt erhalten können, unterstützt Sie bei der Dokumentation der Anfälle Ihres Tieres, gibt Ihrem Tierarzt einen Überblick über den Verlauf der Erkrankung und ermöglicht damit eine optimale Einstellung der in der Regel dauerhaften medikamentellen Therapie.

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Bitte beachten Sie folgende Hinweise, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden und Anfälle bei Ihrem Haustier möglichst wirkungsvoll zu kontrollieren:

  • Befolgen Sie die Dosierungsanweisungen Ihres Tierarztes.
  • Versäumen Sie keine Medikamentengabe und geben Sie das Antiepileptikum täglich zur gleichen Zeit.
  • Verändern Sie das empfohlene Behandlungsprotokoll nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem behandelnden
    Tierarzt.
  • Falls Sie eine Tablettengabe vergessen haben, führen Sie bitte das übliche Behandlungsprotokoll weiter fort und
    notieren lediglich das Datum.

Beachten Sie die Kontrolltermine für notwendige Routineuntersuchungen bei Ihrem Tierarzt.
Notieren Sie jeden Anfall Ihres Hundes sorgfältig in dem Epilepsie-Tagebuch.
Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, wenn Sie sich Sorgen um Ihren Hund machen.
Informieren Sie alle Familienmitglieder oder andere Betreuer über notwendige Verhaltensweisen, falls Ihr Hund
einen Anfall bekommt.
Weisen Sie beim Besuch bei anderen Tierärzten auf die Epilepsie Ihres Tieres hin.

Wie verhalte ich mich bei einem Epilepsieanfall?

  • Schauen Sie auf die Uhr, um die Anfallsdauer zu notieren.
  • Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren! Der normale Anfall ist weder schmerzhaftnoch lebensbedrohlich für den Hund.
  • Entfernen Sie alle Gegenstände, die Ihren Hund während eines Anfalls verletzen könnten.
  • Vermeiden Sie starke Sinnesreize, wie große Unruhe oder laute Geräusche.
  • Filmen Sie – wenn möglich – den Anfall zur Dokumentation für Ihren Tierarzt.
  • Versuchen Sie nicht, den Hund während des Anfalls festzuhalten – er könnte Sie durch unkontrollierte Bewegungen verletzen.
  • Geben Sie keine Tabletten während des Anfalls ein. Wenn mit dem Tierarzt vereinbart, kann ein Diazepam-Klistier rektal eingegeben werden.
  • Dokumentieren Sie den Anfall in dem Epilepsie-Tagebuch.
  • Informieren Sie Ihren Tierarzt über das neue Krampfgeschehen, wenn Sie verunsichert sind.
  • Nach einem normalen Anfall muss der Hund nicht zwingend sofort zum Tierarzt – geben Sie ihm Zeit, sich zu Hause in Ruhe zu erholen.

Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt sofort …

  • wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert
  • bei mehreren Anfällen an einem Tag
  • bei zunehmender Anfallshäufigkeit und/oder Anfallsschwere
  • bei schwerwiegenden Verhaltensänderungen
  • nach dem Anfall

Richtlinien für die Therapie

  • Eine Einschätzung der Wirksamkeit der gewählten Dosis ist frühestens nach 14 Tagen möglich, da dann die volle Effektivität erreicht ist.
  • Bei einer nicht zufriedenstellenden Anfallskontrolle wird Ihr Tierarzt über eine Dosisanpassung versuchen, eine individuelle Dosierung für Ihren Hund zu finden.
  • Für eine Beurteilung der Therapie sind regelmäßige Bluttests notwendig.
  • Zu Beginn der Therapie mögliche unerwünschte Wirkungen wie Schläfrigkeit, vermehrter Durst, gesteigerter Appetit oder stärkerer Urinabsatz sind
    häufig nur vorübergehend während der Einstellung zu beobachten.
  • Halten Sie strikt die Dosierungsanweisung Ihres Tierarztes ein. Ein plötzlicher Abbruch der Behandlung oder eine Dosisreduktion können
    schwerwiegende Anfälle zur Folge haben.
  • In Einzelfällen, falls die Anfälle weiterhin nicht ausreichend unterdrückt werden können, ist die kombinierte Gabe mit einem weiteren Antiepileptikum möglich.
  • Die sorgfältige Dokumentation auftretender Anfälle in dem Epilepsie-Tagebuch trägt maßgeblich dazu bei, ein optimales Behandlungskonzept für
    Ihren Hund zu erstellen.
  • Bewahren Sie die Arzneimittel sicher und für Kinder unzugänglich auf.