Übergewicht bei der Katze
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16. Juli 2018
Übergewicht bei der Katze

Eine Diagnose, die kein Katzenbesitzer gerne hört: „Ihre Katze ist leider zu dick und müsste dringend abnehmen.“ Wie kann das sein?”, fragen Sie sich? Wir gehen den Ursachen auf den Grund und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Katze wieder in Form bringen.

Nicht nur die Inhaltsstoffe, auch die Lebensumstände sind ausschlaggebend für die Entstehung von Übergewicht bei der Katze. Ob Ihre Katze ein paar Gramm mehr auf die Waage bringt, als sie sollte, lässt sich durch regelmäßige Gewichtskontrollen und die Einschätzung des Body Condition Scores gut überprüfen. Legen Sie dazu bei Ihrer Katze die Hand vorne seitlich auf den Rippenbereich. Können Sie trotz keinem bis leichtem Druck die Rippen nicht ertasten, ist eine kleine Speckschicht vorhanden, und dann hat Ihre Katze zumindest ein geringes Übergewicht.

Was sind die Folgen von Übergewicht?
Ähnlich wie beim Menschen kann Übergewicht (Adipositas) die Entstehung von weiteren Krankheiten begünstigen. Zu nennen sind hier sicherlich eine erhöhte Belastung von Herz und Kreislauf und der Gelenke,  aber auch Diabetes mellitus (also die Zuckerkrankheit), Hauterkrankungen oder Tumoren können entstehen. Auf die Lebenserwartung hat Übergewicht einen deutlich negativen Einfluss.
Woran kann eine Gewichtszunahme jedoch liegen? In den folgenden Punkten werden die größten Risiken erläutert.

Kastration

Nach der Kastration Ihrer Katze senkt sich aufgrund von hormonellen Veränderungen der Energiebedarf. Die Futteraufnahme jedoch steigt.
Der Katze einfach weniger von ihrer bisherigen Nahrung zu geben, um die Energieaufnahme zu verringern und die Pölsterchen abzubauen, erscheint auf den ersten Blick eine logische Schlussfolgerung zu sein, wäre aber aus ernährungsphysiologischer Sicht falsch. Dadurch wird nämlich auch die Zufuhr wichtiger Nährstoffe, wie Protein, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente reduziert. Diese sind für die Katze jedoch essentiell und würden zu einer Mangelversorgung führen.

Stellen Sie Ihr Tier daher stattdessen nach der Kastration auf ein spezielles Futter für Kastraten um, das den neuen Bedürfnissen Ihres Tieres gerecht wird. In solch einem Futter sollte der Energiehalt durch einen niedrigen Fett- und Kohlenhydratanteil verringert sein, der Fasergehalt aber erhöht, um eine lang anhaltende Sättigung zu erreichen. Sehr wichtig ist auch, ein besonders proteinreiches, aber kohlenhydratarmes Futter zu geben. Denn Proteine machen satt, während Kohlenhydrate Ihre Katze schnell wieder hungrig machen und dadurch oft dauerhaftes Betteln hervorrufen. Teilen Sie Ihrer Katze zudem pro Tag das Futter in feste Rationen ein.


Ursachen für Adipositas – Übersicht
1. Kastration
2. Futter
3. Leckerli: Das schlechtes Gewissen & ganz viel Liebe
4. Alter
5. Krankheit


Futter
Es gibt verschiedene Qualitäten von herkömmlichen Futtersorten für die Katze, die sich in der Zusammensetzung stark voneinander unterscheiden. In vielen Tiernahrungen ist der Kohlenhydratanteil (durch Mais, Getreide oder Nudeln) deutlich höher als der Proteinanteil. Diese Produkte besitzen einen hohen Stärkeanteil und eine hohe Energiedichte und begünstigen somit die Entstehung von Übergewicht.

Achten Sie also darauf, dass Ihre Katze wie ein Fleischfresser bzw. Karnivore gefüttert wird und der Proteingehalt angemessen hoch ist.
Wie schon erwähnt, sollte das Futter dem Alter und Kastrationsstatus Ihres Tieres angepasst sein, damit einer Über- oder Unterversorgung vorgebeugt werden kann.

Auch ein häufiges Wechseln der Futtersorten kann das Entstehen von Übergewicht begünstigen.

Leckerli: Schlechtes Gewissen & ganz viel Liebe
„Jedes Pfündchen kommt durchs Mündchen.“ Diesen weisen Spruch kennt wohl jeder. Gerade wenn man die Katze vielleicht ein wenig zu lange alleine gelassen hat oder sie einfach nur gerne verwöhnen möchte, greift man gerne mal in die Leckerli Box.
Bitte denken Sie jedoch daran, zusätzliche Mahlzeiten von der Ration Ihrer Katze abzuziehen. Eine Regel besagt, dass zusätzliches Futter die 5 % der täglichen Gesamtenergieaufnahme nicht überschreiten sollte.

Alter
Mit dem Alter kommen die ersten Zipperlein und fangen die Gelenke an durch Arthrosen zu schmerzen, sodass die Bewegungsfreude deutlich abnehmen kann. Des Weiteren verringert sich die fettfreie Körpermasse, was zu einer Senkung des täglichen Gesamtenergiebedarfs führt. Die Rationen Ihres Senioren sollten also seinem Bedarf angepasst werden und somit kleinere Mengen verfüttert werden. Proteinreiche Nahrungen können zudem helfen, dem Muskelabbau vorzubeugen und Ihren Liebling langfristig zu unterstützen.

Krankheit
Manchmal können auch Krankheiten die Ursache für Übergewicht sein. Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze vermehrt zunimmt, obwohl Sie an der Fütterung oder den Lebensgewohnheiten nichts verändert haben? Erkrankungen der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere können manchmal die Ursache sein für die ungewünschte Gewichtszunahme.
Bei Verdacht fragen Sie Ihren Tierarzt beim nächsten Kontrolltermin um Rat.

Und nun?
Die Diagnose steht und jetzt heißt es: Ran an den Speck!

Passen Sie das Futter unbedingt den Lebensgewohnheiten Ihres Tieres an bzw. nutzen Sie die speziellen Gewichtsreduktionsdiäten, die inzwischen auf dem Markt erhältlich sind. Achten Sie hier auf einen hohen Proteingehalt, damit Ihr Tier wie bereits oben erwähnt, langfristig gesättigt ist.
Stimmen Sie die Ration auf das Idealgewicht ab und nicht auf das aktuelle Gewicht. Fragen Sie hierzu gerne Ihren Tierarzt.
Eventuell können Sie für Ihre Katze und die ganze Familie einen Futterplan erstellen, sodass eventuelle doppelte Fütterungen oder ähnliches ausgeschlossen werden können.

Bei einer Katze ist es schwieriger als beim Hund, die körperliche Bewegung zu steigern. Mit der Hilfe von Spielzeugen kann man Katzen jedoch gut animieren mehr zu laufen und zu rennen. Eventuell geht Ihre Katze auch an der Leine mit Ihnen raus? Eine langsame Gewöhnung an das Geschirr ist allerdings unerlässlich.

Nehmen Sie regelmäßige Gewichtskontrollen vor und fragen Sie beim nächsten Kontrollbesuch gezielt Ihren Tierarzt nach dem Idealgewicht Ihrer Katze und eventuell nach einer Futterberatung.
Ihre Katze wird es Ihnen danken.